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-- Sabine Seeliger, Mosterin & Hobby-Webdesignerin --
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Streuobstmosterei
Unseren Süßmost stellen wir aus dem geleichen Obst her wie unsere Saft- und Mostspezialitäten, die Sie in der Flasche kaufen können. Süßmost so wie er von der Presse läuft, völlig unbehandelt, aus ungespritztem Hochstammobst. Was den Unterschied zwischen Süßmost aus Tafelobst oder überlagertem Tafelobst und Hochstammobst ausmacht, sehen Sie auch unter dem Punkt "Unsere Qualität / Was einen guten Saft ausmacht".
Reines ausgepresstes Obst, unverarbeitet, bezeichnet man als Süßmost. Pasteurisiert (d.h. erhitzt) wir er zum haltbaren Saft. Nicht erhitzt fängt Süßmost an zu gären. So wird er zum leicht angegorenen Suser. Bei geeigneten Gärbedingungen entsteht daraus Most. Most ist der trocken vergorene Obstwein.
Aber Achtung im deutsch-schweizer Grenzgebiet. In der Schweiz ist Saft vom Fass der vergorene Most.
Süßmost ist ein unbehandeltes Naturprodukt. Die am Obst vorhandenen "wilden Hefen" wandeln den Fruchtzucker des Süßmostes in Alkohol um. Sie erzeugen dabei Gärungskohlensäure und vermehren sich. Wenn die Anzahl der Hefezellen ansteigt, wird das Ergebnis ihrer Gärtätigkeit langsam merkbar: durch die Gärungskohlensäure fängt der Süßmost an, auf der Zunge zu britzeln. Der Geschmack ändert sich vornehmlich durch die Hefezellen selbst; sie - und damit das ganze Getränk - schmecken hefig.
Wie lange ein frisch gepresster Süßmost frisch und süß schmeckt, hängt davon ab, bei welcher Temperatur er aufbewahrt wird. Wir kühlen den Süßmost nach dem Pressen auf 5 - 8 °C. Wenn Sie die Kühlung nicht allzu lange unterbrechen, schmeckt der Süßmost zirka fünf Tage nahezu unverändert. Dann lehnen erfahrungsgemäß zunächst Kinder den Süßmost ab, die offenbar die Hefen zuerst schmecken.
Erwachsene werden einen britzelnden Süßmost nicht wegschütten, sondern ihn mit Genuss als Suser weiter trinken. Besonders geschätzt wird Obstsuser als Getränk zum ebenfalls herbstlichen Zwiebelkuchen. Wenn Ihr Suser das Ihnen angenehme Stadium erreicht hat, sollten Sie ihn kühlen, dann schmeckt er noch zirka drei Tage.
Die bei der Gärung entsthende Kohlensäure sorgt einerseits für den Britzel auf der Zunge, sorgt aber in fest verschlossenen Gefäßen auch für Überdruck. Eine Glasflasche mit Süßmost wird explodieren. In der Mosterei verkaufen wir Kanister verschiedener Größe für Süßmost. Wenn Sie Glasflaschen für Ihren Süßmost mitbringen, müssen Sie nach dem Heimtransport daran denken, den Schraubverschluss zu lockern - oder Sie verschließen die Flaschen mit Korken, die herausfliegen können bevor die Flasche explodiert.
Theoretisch muss man einen Suser nur weitergären lassen. Praktisch tut man das auch, jedoch nicht im Kanister, sondern in einem Fass (aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff, niemals Aluminium) mit Gäraufsatz. Der Gäraufsatz verhindert das Eindringen von Luft und Fliegen. Letztere würden Bakterien einschleppen, die den Most zu geschmacklich unerfreulichen Stoffwechselprodukten abbauen. Wenn Sie einfach ihren Süßmost-Kanister stehen lassen, wird der Suser nicht zu Most, sondern zu einer nach Essig riechenden, schimmeligen Brühe.
Alles was Sie zur Heimmostherstellung wissen sollten, finden Sie auch in dem Buch "Epfeltranc und Biremost", das Sie in der Mosterei erwerben können.
Aus jedem Süßmost kann man Most herstellen, aber nicht jeder Süßmost eignet sich gleich gut dafür. Wichtig für das Gelingen eines Heimmostes ist ein ausgewogenes Verhältnis von Säure und Gerbstoffen. Wenn Sie Süßmost zum Vergären holen möchten, dann rufen Sie uns am Anfang der Saison an - wir melden uns dann bei Ihnen, wenn wir so einen gut geeigneten Süßmost bereit haben. So haben Sie die beste Chance auf einen gut schmeckenden Most, der robust und ohne Fehltöne gärt, sich klärt und anschließend haltbar ist.